BIOGRAFIE [Kurzversion]


Ramón Vargas, 1960 in Mexiko City geboren, ist in seinem Heimatland längst ein Stimmen-Star, mittlerweile hat er auch auf den großen Bühnen Amerikas und Europas Triumphe gefeiert. Mit Giuseppe Verdis "Rigoletto" hat Ramón Vargas seine erste Opernerfahrung gemacht: Als er 14 Jahre alt war, ging die Schulklasse geschlossen ins Opernhaus von Mexiko City. Eine bittere Enttäuschung für Vargas: "Ich wusste über die Handlung überhaupt nichts und kannte nur die berühmte Arie 'La donna e mobile'. Leider kommt die aber erst im letzten Akt vor, und bis dahin habe ich mich tödlich gelangweilt."

Dass er nur wenige Jahre später dieses Stück selbst einstudieren würde, hätte er sich damals nicht träumen lassen. Dabei war längst klar, dass der Gesang eine große Rolle in seinem Leben spielen sollte. Schon mit fünf Jahren hat er den Wunsch, Sänger zu werden, unmissverständlich zum Ausdruck gebracht: "Ich erinnere mich selbst nicht daran. Aber meine Mutter erzählt immer, dass wir damals einmal Verwandte besuchten. Und als man sich spaßeshalber darüber Gedanken machte, was wohl aus mir werden würde, flüsterte ich meiner Mutter zu: 'Sag, dass ich Sänger werden will'". Erfindung oder nicht: Als der große Bruder in den Knabenchor der Basilica von Guadalupe eintrat, wollte Ramón unbedingt auch dort mitsingen. Dieser Traum erfüllte sich, als er neun Jahre alt war. Die Familie war stolz: Bei der Basilika handelt es sich um das mexikanische Nationalheiligtum. Der junge Vargas sang mehrmals pro Woche wie seine Ensemble-Kollegen in weißer Kutte im Gottesdienst und mauserte sich dank seiner Naturstimme bald zum Solisten des Chores.

Mit dreizehn, zu Beginn der Mittelstufe im Gymnasium, war die Chorzeit zu Ende. Trotzdem ließ Vargas die Musik nicht los. Er spielte Klavier, Gitarre und Flöte, aber die meiste Zeit verbrachte er nach wie vor mit dem Singen.

Und trotzdem: Als die Frage der Berufswahl kam, begann Vargas nicht etwa Musik zu studieren, sondern Pädagogik. Nach einem Wiedertreffen mit seinem Gesangslehrer aus der Zeit des Knabenchors entschied er sich schließlich wieder dazu, neben dem Studium Privatunterricht zu nehmen - mit dem Ziel professioneller Sänger zu werden. Die Erfolgskurve ging nach oben, als er 1982 den nationalen Carlo Morelli Wettbewerb gewann und daraufhin im Opernhaus von Mexiko City sein Debüt geben konnte. Und doch führte der Weg zunächst auch durch Krisen.

Als erster Preisträger des Caruso-Wettbewerbs in Mailand gelang ihm der Durchbruch. Mailand war für Vargas das Tor nach Europa: Zunächst ging er an das Opernstudio der Wiener Staatsoper, weitere Stationen waren Luzern, Zürich, Marseille, die Wiener Staatsoper, die Opéra de Bastille. Der Sprung in die USA vollzog sich klassisch im Jahre 1993: Luciano Pavarotti hatte den "Edgardo" in Donizettis "Lucia di Lammermoor" abgesagt, Vargas sprang ein. Das Debüt in der Met geriet zum Riesentriumph.

Im Laufe seiner Opernkarriere hat er fünf Sprachen gelernt und Goethes Klassiker "Die Leiden des jungen Werther" wie viele andere Werke der europäischen Literatur im Original studiert.

2001 wurde Vargas mit einem Echo-Klassik in der Kategorie "Bester Sänger" ausgezeichnet.

En De Es
Back to homepage
Designed & Programmed by OMM